Selbsthilfe­gruppen (SHG)

Dekoratives Bildelement. Eine Illustration zum Thema Selbsthilfegruppen.

Wichtige Information

Die Unterstützung und Stärkung von unabhängigen Selbsthilfeformaten ist ein wichtiges Ziel in unserer Arbeit.

Aber kurz vorab; aus konzeptionellen Gründen:

  • gibt es keine offenen SHG,
  • keine angeleiteten SHG
  • und auch keine diagnosebezogenen SHG bei BOP&P

sondern ausschließlich geschlossene Gruppen, die sich 1 Mal wöchentlich für 2 Stunden treffen.

Ich interessiere mich für eine SHG – wie geht es weiter?

Damit Interessierte eine informierte Entscheidung treffen können, ob ein solcher Rahmen der passende sein könnte, geht der Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe immer ein persönliches Gespräch voraus.

In dem Rahmen kommen wir ins Gespräch darüber, was sich die interessierte Person von der SHG erhofft, was sie an Struktur braucht, um gut arbeiten zu können in so einer Gruppe, welche Themen sie mitbringt, was sie sonst so macht im Leben und ob ihr eine verbindliche wöchentliche Teilnahme möglich ist.

Es geht auch um die Bereitschaft, sich auf unterschiedliche Lebensrealitäten und Hintergründe einlassen zu können, sich zurücknehmen zu können und darum, gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden die Verantwortung zu übernehmen für die Gestaltung der wöchentlichen Treffen.

Wenn das alles passt, hinterlässt die interessierte Person ihre Kontaktdaten, um zur nächsten Gruppengründung eingeladen zu werden.

Wie läuft die Gründung einer SHG ab?

Bisher treffen sich die meisten SHG bei uns abends, was aber an den Lebens- und Arbeitsumständen der Teilnehmenden liegt und nicht von uns vorgegeben ist.

Wenn 8 – 10 Interessierte auf der Liste stehen, verschicken wir die Einladungen zur Gruppengründung. Diese besteht aus drei aufeinanderfolgenden Terminen. Wenn jemand zu den vorgeschlagenen Terminen nicht kann, hat er die Möglichkeit, zur nächsten Gruppengründung eingeladen zu werden.

Im Rahmen der moderierten Gründungstermine haben die Teilnehmenden den Raum, um sich kennenzulernen, sich miteinander über ihre Themen und Anliegen auszutauschen, sich auf eine Struktur hinsichtlich des Ablaufs zu verständigen – und vor allem, um für sich ganz persönlich herauszufinden, ob das alles so stimmig ist.

Die Gruppengründung ist nämlich ein Prozess, in dessen Verlauf auch entschieden werden kann, vielleicht lieber zur nächsten Gruppengründung eingeladen zu werden, weil es möglicherweise persönlich nicht passt oder die Person das Gefühl hat, nicht für all ihre Themen ein Gegenüber zu haben.

Welche Themen können besprochen werden?

Deshalb unterstützen wir auch die Gründung etwas homogenerer Gruppen, wenn das gewünscht ist und sinnvoll erscheint. So gibt es bspw. eine SHG von Psychiatriebetroffenen, die ausschließlich queere und Trans* Personen aus dem Iran und Afghanistan als Mitglieder hat.

Sonst sind die Themen sehr breit gefächert: es geht oft um die Erfahrung und Folgen der Psychiatrisierung an sich, die Auseinandersetzung und die Verarbeitung der Inhalte und des Erlebten in verrückten Zuständen, Beziehungen sind oft ein Thema – sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext, Stimmenhören, Selbstverletzung, lebensmüde Gefühle und Gedanken, Ängste, Gewalterfahrungen, Absetzen und Reduktion von Medikamenten usw.

Das Hier & Jetzt steht im Vordergrund und ein weiteres wichtiges Merkmal ist tatächlich, dass alle Themen Raum haben können und alle Teilnehmenden in Selbstverantwortung Teil haben – was auch bedeuten kann, sich bei bestimmten Themen rauszunehmen, eine extra Pause zu machen etc.

Was ist sonst noch wichtig?

Jede SHG hat ein eigenes Zeitfenster in der Woche und einen eigenen Schlüssel. Es sind geschlossene Gruppen – was bedeutet, dass mit Gründung der SHG keine neuen Teilnehmenden hinzukommen.

Die Projektmitarbeitenden sind bei den Treffen nicht dabei – aber ansprechbar, wenn es bspw. Konflikte gibt oder andere Gründe für eine externe Moderation. Oder auch wenn der Wunsch besteht nach einem moderierten Treffen aufgrund einer besonderen Thematik, nach einem Input, einem Workshop usw.

Manchmal haben Teilnehmende auch das Bedürfnis, sich zwischen den Gruppentreffen mit jemandem im Projekt zu besprechen – weil sie bspw. beim letzten Treffen mit etwas konfrontiert wurden, was sie getrennt von der Gruppe reflektieren möchten, um dann entscheiden zu können, ob und was davon in die Gruppe zurückgebracht gehört.

Kontakt und Infos

Für mehr Informationen und zur Verabredung eines Vorgesprächs sind wir derzeit mittwochs von 10 – 13 Uhr in der Anlaufstelle erreichbar.

Alternativ ist auch jederzeit eine Nachricht per E-Mail möglich.

Herzlich willkommen!